Mensch und Gesellschaft
Gesellschaft
Kunst und Kultur
Kunst und Kultur
Gesundheitsbildung
Gesundheit
Sprachen
Sprachen
Beruf und Karriere
Beruf und Karriere
Grundbildung
Grundbildung
Rund um Magdeburg
Rund um Magdeburg
Programm

Geschichte der Städtischen Volkshochschule Magdeburg

Die Geschichte der Magdeburger Volksbildung beginnt wie in vielen anderen deutschen Städten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

1863/64  Arbeiter-Bildungs-Verein Magdeburg:
„Der Magdeburger Arbeiter-Bildungs- Verein, von Handwerkern und Arbeitern gegründet, hat den Zweck, Allgemeinbildung, Berufskenntnisse und gute Sitten unter seinen Mitgliedern zu befördern. Die Mittel zur Erreichung dieses Zweckes sind Vorträge, Besprechungen, Vorlesungen. Politik und Religionen sollen ausgeschlossen sein.“

Nach Ende des verlorenen 1. Weltkrieges stand Deutschland politisch und wirtschaftlich vor einem Neubeginn. Volksbildung wurde als wesentlicher Beitrag erachtet - nur ein gebildetes Volk kann Wirtschaft des Landes erfolgreich aufbauen.

Februar 1919  Erlass des preußischen Kultusministers Konrad Haenisch mit Zusage voller Unterstützung für die neu zu gründenden Volkshochschulen sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in Form von Unterrichtsräumen und Materialien.

In ganz Deutschland setzte eine Gründungswelle von Volkshochschulen ein.

6. März 1919 Beschluss zur Gründung der VHS
Der Verwaltungsausschuss konstituierte sich zur  Bereitstellung von Räumen, Lehrkräften, Honorar. Ein Studienausschuss etablierte sich zur Einrichtung der Vorlesungen (u. a. der Rektor der Maschinenbauschule Prof. Dr.-Ing Förster, der Rektor der Luisenschule Dr. Weidel und Dr. jur. Kohlrausch)

28. April 1919, 18:15 Uhr feierliche Eröffnung in der Aula der Luisenschule
Träger war von Dezember 1919 bis Februar 1923 der „Verein Magdeburger Volkshochschule“.

Die Volkshochschule sollte „allen Bevölkerungskreisen dienen, in erster Linie denen, die bisher wenig Bildung genossen haben.“

In den ersten Semestern waren fast alle Vorlesungen überbelegt, so dass sie zum Teil doppelt abgehalten werden mussten. Einige Veranstaltungen mussten aufgrund der großen Zuhörerzahl sogar in Kirchen verlegt werden.

1919 - 1921 Direktor Dr. Reinhard Kohlrausch
einer der Initiatoren der Gründung und tätig als Dozent im Bereich Recht und Wirtschaft

1921 - 1924 Direktor Dr. Max Franke, Stadtschulrat in Magdeburg

1924 - 1930 Direktor Max Wilberg
Als Volkshochschulleiter publizierte er Texte zur Frage der Erwachsenenbildung und zur VHS in Magdeburg und war Mitherausgeber des Buches „Arbeiterbildung und Volkshochschule in der Industriestadt“.

1930 bis 1933 Direktor Dr. Wolfgang Seiferth

Sommer 1933 Schließung der Volkshochschule Magdeburg

15. November 1933 Wiedereröffnung der Bildungsstätte als „Neue Volkshochschule Magdeburg“
Direktor wurde Dr. Franz Hedicke. Deutliche Abgrenzung von den demokratischen und humanistischen Idealen aus den Zeiten der Weimarer Republik. Die Kurse waren gebührenfrei. Die Kursleiter arbeiteten ehrenamtlich.

1. Oktober 1940 Erneute Umbenennung in „Volksbildungsstätte der Stadt Magdeburg“.

Dezember 1944 Ende der Tätigkeit der nationalsozialistischen „Volksbildungsstätte der Stadt Magdeburg“

April 1946 Wiedereröffnung unter dem Namen „Volkshochschule Magdeburg“
Direktor und Stadtrat Heinrich Germer beschreibt folgende Aufgaben: Wiedererweckung aller Kulturgüter, Schöpfung einer neuen demokratischen Kultur, Schließung aller Bildungslücken, die durch Nazismus und Krieg entstanden sind.

28. April 1946 Wiederaufnahme des Lehrbetriebs

Ab 1950 bot die Volkshochschule die Möglichkeit, Schulabschlüsse nachzuholen und Zeugnisse in beruflichen Bildungsgängen zu erwerben, z. B. bei der Ausbildung von Technikern, Ingenieuren und Meistern sowie bei Berufsabschlüssen für Sekretärinnen und Finanzbuchhalter.

1951 bis 1957  Direktor Ernst Baumrucker
Die VHS gehörte unter dem Namen „Schule der Werktätigen“ bis 1954 zum Ministerium für Arbeit. Der Sitz der Verwaltung befand sich in der  Heydeckstraße 12. 1956 erhielten die VHS per Gesetz das Prüfungsrecht zur Vergabe staatlicher Schulabschlüsse bei Zehnteklasse- und Abiturlehrgängen.

1958 Direktor Werner Bunzel

1958 bis 1968 Direktor Hans-Helmut Alsleben

Die VHS versteht sich in den 60er und 70er Jahren vor allem als "Schule" und untersteht dem Ministerium für Volksbildung. Es werden überwiegend Semesterlehrgänge zur reinen Wissensvermittlung und beruflichen Weiterbildung angeboten.

1970  Umzug ins „Haus des Lehrers“
Das Hochhaus mitten im Stadtzentrum wurde der neue Verwaltungssitz. Direktor wird Franz Wagner.

1979 bis 1997 Direktor Klaus-Dieter Münch
Er arbeitete seit 1966 hauptamtlich als Lehrer für Chemie an der VHS. Bereits ab 1968 war er stellvertretender Leiter.

27. März 1986 Verleihung des Ehrennamens "Hermann Duncker" zum 40. Jahrestag des Bestehens als sozialistische Bildungsstätte

Frühjahr 1987 Einzug in das erste eigene Schulgebäude in der Leiterstraße 9, dem Gebäude, in welchem im Jahr 1919 die Gründungsversammlung der Volkshochschule stattgefunden hatte.

Frühjahr 1990 Ende der Ära der sozialistischen Bildungsstätte „Volkshochschule Hermann Duncker“

Herbst 1990 neue Arbeit unter dem alten Namen „Volkshochschule Magdeburg“

Ab 1990 wieder Ausweitung des Kursangebots, sehr starke Nachfrage

1991 Schulreformgesetz in Sachsen-Anhalt : Ausgliederung des 2. Bildungsweg aus der Verantwortung der Volkshochschulen

Seit dem Frühjahr 1992 trägt die VHS den Namen „Städtische Volkshochschule Magdeburg“

1997 bis 2000  Leiterin Dr. Cornelia Poenicke
Die VHS tritt mit einem neuen Logo und einem gedruckten Programmheft im neuen Design auf.

2000 bis 2001  kommissarischer Leiter Udo Lewandowski

2001 bis 2006 Leiterin Angela Gorr, seit 2006 Landtagsabgeordnete

Seit 2006  Leiter Ralf Liebe

Januar 2008  Umzug aus der Leiterstraße in das historische Schulgebäude in der Leibnizstraße 23