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Programm

100 Fakten aus 100 Jahren

1925 gründete sich die „Volkshochschule für Leibesübungen“. Aus der Turnbewegung heraus entstanden, bot diese Spezialabteilung in Magdeburg Gesundheitsunterricht und Sportkurse an. Dabei waren die modernen Turnsportarten wie die Wensendieck-, Loheland- und die Ausdrucksgymnastik nach dem System Bode sowie die Tänzerische Gymnastik besonders gefragt.

Es gab eine Damen- und eine Herrenabteilung. Jiu-Jitsu, Sportmassagen oder Fechtkurse gehörten ebenso zum Programm wie die traditionellen Sportarten Boxen, Rudern, Schwimmen und Tennis. Mit über 90 Angeboten war es die größte Abteilung der VHS mit so enormem Erfolg, dass die Stadt Magdeburg diesen Bereich 1929 in ihr eigenständiges „Institut für Leibesübungen“ überführte.

Heute weist der Programmbereich „Gesundheit und Bewegung“ bundesweit die größten Zuwachsraten auf.


Ab 1919 existierte eine eigene Fachzeitschrift „Mitteilungen für Lehrer und Hörer der Volkshochschule“ in Magdeburg, die von Reinhard Kohlrausch herausgegeben wurde und bis Ende 1920 erschien. Hier wurden das Programm der Magdeburger VHS veröffentlicht sowie theoretische und praktische Fragen der Erwachsenenbildung diskutiert.


Schon im ersten Volkshochschulprogramm fanden sich im Sommer 1919 unter dem Titel „Rechts- und Staatswissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Handel und Gewerbe“ Vorlesungen, wie „Einführung in die Finanzwissenschaft“ mit dem Syndikus Dr. Hübener, „Einführung in die schwierigen Fälle der doppelten Buchführung“ mit dem Kaufmann
H. Schuhardt oder „Bilanzenkunde“ mit dem Handelssachverständigen Dr. Gustav Müller.

Nach wie vor gehören auch diese Themen zum Programm, doch längst haben die modernen Medien Einzug gehalten und die Seminare finden als Webinare im virtuellen Kursraum statt.


Die Magdeburger Volkshochschule war eine auf breiter Bürgerbewegung fußende Initiative. Ein Studienausschuss und ein Verwaltungsausschuss übernahmen die nur zweieinhalb Monate dauernde Vorbereitungszeit und waren die ersten Gremien zur Leitung und Organisation der Schule, die keine eigenen Räume besaß.


Die Volkshochschule in Magdeburg wurde am 28. April 1919 in der Aula der Luisenschule (heute Gebäude der Justiz in der Leiterstraße) gegründet. Sie war eine der ersten Volkshochschulen, die in der Weimarer Republik ihren Unterrichtsbetrieb aufnahm und zwar im Mai 1919 mit einem 12-seitigen Vorlesungsverzeichnis, das den Magdeburgern rund 80 Bildungsveranstaltungen in drei Monaten bot.

Bildnachweis: StAM, Fotobestand Hochbauamt 18509


Wussten Sie, dass die Wurzeln der Volkshochschulen bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen? Neben den Arbeiter- und Handwerker-Bildungsvereinen, der universitären Ausdehnungsbewegung (zum Beispiel die Gesellschaft der „Urania“) und der Volkshochschulbewegung in Skandinavien gehört vor allem die Reformpädagogik der Moderne zu den Traditionen der Volkshochschulen.


Erwachsenenbildung wurde 1919 erstmals verfassungsrechtlich gesichert. Die Gründung von Volkshochschulen war in einem Gesetz verankert war, dem sogenannten „Haenisch-Erlass“, einem  Erlass des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Konrad Haenisch. Damit wurde in der Weimarer Republik eine institutionalisierte Erwachsenenbildung möglich. In der Weimarer Reichsverfassung von 1919 hieß es in Art. 148 (4) der Weimarer Reichsverfassung 1919: „Das Volksbildungswesen, einschließlich der Volkshochschulen, soll von Reich, Ländern und Gemeinden gefördert werden.“